Spätestens nachdem wir heute unser Schild „Left Hand Driver“ am Wohnmobil angebracht hatten, kamen die Leute vom Campingplatz und wollten wissen, wer wir sind, woher und wohin. Und wenn wir dann aus angelesener Halbbildung unsere vage Reiseroute quer durch Südafrika andeuteten, überschlugen sie sich mit guten Tipps, schönen Zielen und natürlich auch mit Hinweisen auf gefährliche Ecken. Ein Zeitgenosse hat dabei den gesamten Küstenabschnitt der Wild Coast zwischen Durban und East London mit der Gefährlichkeit des Gaza-Streifens in Europa verglichen…. Dass der Gaza-Streifen nicht in Europa liegt, war an ihm komplett vorbei gegangen.

Wir fallen auf

Auch als wir nach vollendetem „Packwerk“ einen Strandspaziergang machen wollten, gab uns die Dame an der Rezeption den dringenden Hinweis, die Handtasche nicht mit an den Strand zu nehmen. Überall würden Gefahren lauern. Auf meine Frage, was denn schon passiert sei, antwortete sie: „Nichts, aber Sie könnten die Ersten sein… Und wir wollen nicht, dass Ihnen als Gäste unseres Landes etwas passiert!“ Also haben wir „blickleer“ gepackt und unseren Strandspaziergang ohne Zwischenfälle gemacht. Sicher ist es hier nicht üblich, wie am Ostseestrand zu promenieren, für unser Empfinden ist aber auch die Darstellung der Gefahren übertrieben. Schwarze und Weiße müssen sich in diesem Land arrangieren, da Keiner ohne den Anderen kann. In Punkto Sicherheit müssen wir hier einen guten Mittelweg finden…

Als zwei „Mitcamper“ mit guten Tipps für uns fast in Streit gerieten, fiel uns auf, dass sie nicht in Englisch aufeinander losgegangen sind. Africans ist hier eine gängige Sprache unter Einheimischen, und bei genauem Hinschauen ist auch die offizielle Beschilderung sowohl in Englisch als auch in Africans gehalten. Angenehm fällt dabei auf, dass Africans ein Mittelding zwischen Holländisch, Englisch und ein paar Brooken Deutsch ist – man versteht es!