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Elba – das dicke Ende

 

Wir staunten nicht schlecht, als uns an der Rezeption des Camps offeriert wurde, dass der Platz ausgebucht sei. Wie schon in Südtirol, gab man sich auch hier alle Mühe und fand schließlich noch einen kleinen Stellplatz für uns. Einmal mehr wurde uns der Zahn gezogen, dass man in der Nebensaison überall Platz bekäme… schon gar nicht wenn die halbe Schweiz Ferien hatte.

Da unsere Zeit auf dem Stellplatz begrenzt war, machten wir uns schnell an die Arbeit: Wäsche waschen, Wasser auffüllen, Toilette entsorgen usw. Auf dem Dach mußte ein Kabelkanal der Solarstromanlage befestigt werden, der sich beim Streifen eines Baumes gelockert hatte. Bei der Gelegenheit wurden die Stromerzeuger und das Dach gleich gründlich gereinigt. Als Babsi damit fertig war und den Eimer anhob, seufzte sie kurz auf und stieg unter höllischen Schmerzen die Leiter wieder hinab. So schnell bekommt man einen neuen Bandscheibenvorfall. Seit fast drei Jahren quält sich Babsi mit ihrem Rücken, der Zustand wechselte ständig. Vor unserer Reise waren wir optimistisch, aber im Moment ging gar nichts mehr… Wir konnten nicht weiterfahren.

Das freundliche Personal vom Campingplatz lenkte uns einen Stellplatz frei, wo wir ein paar Tage bleiben konnten.

Die nächste „Wanderung“ führte uns zum Arzt. Wir hofften, dass er Babsi eine Spritze gegen die starken Schmerzen geben könne. Nette Menschen halfen uns bei der Suche, denn die Adresse war nicht so leicht zu finden. Mit dem Medizinmann verständigten wir uns auf englisch, komplizierte Sachverhalte wurden mit dem Google Translator direkt ins Italienische übersetzt. Spritzen hatte er keine, er meinte aber, dass wir uns in der Apotheke welche besorgen könnten. Jörg müßte sie dann nur noch verabreichen… Der lehnte dankend ab. So blieb es bei einer Tablettenkur, die, wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, nichts bewirkte. Die Schmerzen wurden von Tag zu Tag stärker, an eine Heimfahrt war nicht zu denken.

Babsi wurde zum kompletten Pflegefall. Das blieb den anderen Campern natürlich nicht verborgen, und plötzlich hatten viele von ihnen auch schon einen Bandscheibenvorfall. Es hagelte reihenweise gute Ratschläge. Konkret wurde eine Nachbarin, die auf Grund eigener Erfahrungen starke Schmerztabletten dabei hatte. Ein Versuch damit ergab, dass man damit die Heimreise zumindest versuchen könnte.

Jörg baute den Beifahrersitz unseres Nissan so gut es ging zu einer Liegegelegenheit um und los ging es. Zur größten Herausforderung wurde die Fährüberfahrt. Babsi mußte das Fahrzeug verlassen und zu einem Oberdeck gelangen. Unter großen Schmerzen hat sie das hinbekommen. Anschließend ging es auf dem schnellsten Weg, der insgesamt immerhin zwei Tage in Anspruch nahm, nach Hause.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Wenig später lag Babsi auf dem OP-Tisch und wurde an der Bandscheibe operiert.

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