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Auf dem Weg nach Knysna

Unser Weg – im Hintergrund die Tsitsikamma-Berge

Fast in Zeitlupe bewegen wir uns in Richtung Kapstadt. In der letzten Woche haben wir gerade mal gut 100 Kilometer der knapp 800 Kilometer langen Strecke zurückgelegt. Es ist einfach ein irres Gefühl, Zeit zu haben, ein Gefühl, das wir beide bisher so noch nicht erlebt haben. Und viel zu oft fallen wir noch in den alten Trott zurück, wenn es irgendwo, unserer Meinung nach nicht schnell genug geht. Zumindest bei der Reisegeschwindigkeit sind wir auf gutem Weg.

Eigentlich wollten wir nach dem Affentheater in Nature’s Valley direkt nach Knysna fahren. Nur einige Kilometer nach unserem Start wies auf der N2 ein Schild zu Birds of Eden und Monkey Land, zwei Attraktionen, die man laut Reiseführer gesehen haben sollte. Da wir von Affen zunächst genug hatten, beschränkten wir unseren Besuch auf die größte Freiflugvolliere der Welt. Ein mehr als zwei Hektar großer Waldabschnitt über einer Flussschlucht ist dort mit Drahtgeflecht überspannt. Während unseres Spazierganges durch die Anlage beobachteten wir prächtige Exemplare seltener Vögel. Die Zeit verging wie im Flug. Für die Fahrt nach  Knysna war es uns nun zu spät, zumal wir auf der Hinfahrt mit einigen Staus an Straßenbaustellen zu kämpfen hatten. Außerdem war es Zeit, unsere gestohlenen Vorräte an Lebensmittel wieder aufzufüllen. Das taten wir dann auch in einem großen Einkaufsmarkt von Plettenberg Bay. Bei  meiner Suche nach Senf, der hier teuer ist und eigentlich nicht schmeckt, traute ich meinen Augen kaum. In einer hinteren Ecke des Regals fanden sich zwei Becher Jütro-Senf, genau der von der Ketchupfabrik aus Jüterbog. Obwohl der Preis für das Gewürz um ein vielfaches über dem in der Heimat lag, kauften wir die Restbestände sofort auf. Und, in Zukunft bin ich auf der Hut – vielleicht findet sich in irgendeiner Ecke auch noch ein Becher Bautzener Senf…

Genüsslich lässt sich der kleine Senegal-Papagei streicheln

Wir übernachteten an der Lagune des Keurbooms River. Bei Gesprächen mit den Campingnachbarn erfuhren wir, dass sich der Keurbooms River in einer malerischen Schlucht tief ins Landesinnere schlängelt. Schlagartig bekamen wir wieder Lust auf eine Bootstour. Da wir unser Ziel, Knysna, noch nicht aus den Augen verloren hatten, und die Entfernungen in dem Fjord doch nicht ganz ohne sind, entschieden wir uns für ein Motorboot. Was folgte war eine geräuschintensive Tour durch eine malerische Schlucht, bei der es auf Grund tückischer Strömungen es nicht immer einfach war den Kahn auf Kurs zu halten.

Am Nachmittag brachen wir nach Knysna auf. Babsi las laut im Reiseführer. Sie schwärmte vom Robberg Nature Reserve, einer vor Plettenberg gelegenen Halbinsel, auf der schon Steinzeitmenschen in Höhlen gelebt haben. Also – überredet – Blinker links und die zehn Kilometer bis zum Park noch schnell unter die Räder genommen… Nach so einem Faultag wie heute, konnten ein paar Schritte nicht schaden. Vor Ort erwartete uns eine atemberaubend wilde Landschaft, durch die ein Netz von Wanderwegen führt. Das mussten wir sehen und schnell waren die Aktivitäten auch für den Rest des Tages geklärt. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit gab es an der Rezeption des Camps in Plettenberg ein fröhliches „Hallo again“. Knysna ist noch weit weg…

In solchen Höhlen haben schon Steinzeitmenschen gehaust

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