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Alles auf „Anfang“

Die R62 führt hinter den Bergen des Tsitsikamma durch das Land. Man fährt dutzende von Kilometern an Apfelplantagen vorbei

Wir biegen zum Hof der Gas Connexion in Port Elisabeth ein, fast zur selben Zeit wie vor einigen Wochen. Eine unserer Gasflaschen ist leer. Mit einem fröhlichen „Hello again“ werden wir wiedererkannt und herzlich begrüßt. Die Leute wissen, was sie zu tun haben: Flasche entlüften und schrittweise befüllen, das Ganze vier Mal bis das Manometer „voll“ anzeigt. Nach einer guten Stunde ist der Fall erledigt. Ob in der Flasche wirklich sechs Kilo drin sind, wird für immer ihr Geheimnis bleiben.
Wir gehen in denselben Supermarkt wie vor einigen Wochen, haben heute allerdings schon einen Blick für kleine wichtige Dinge: Hier gibt es einen Schuster, der Jörgs Wanderschuh für umgerechnet 3 Euro repariert. Schließlich fahren wir dieselbe Strecke auf der N2 wie vor einigen Wochen nach Jeffrey’s Bay um auf demselben Campingplatz zu übernachten. Uns war klar, dass wir diesen Abschnitt doppelt fahren, nachdem wir uns für die Runde durch die Karoo entschieden hatten.

Ein beeindruckender Taldurchbruch am Pass...

Auf dem Campingplatz in Jeffrey’s Bay wird deutsch gesprochen: Ein junger Familienvater, wohl aus dem Erzgebirge, freut sich, dass man auch in unserem Alter noch Träume leben kann. Nachdenklicher stimmt uns der Hinweis von einer Globetrotter-Familie aus dem Maintal: Nach den neuen Einreisebestimmungen für Südafrika hätten wir für unseren zweiten Reiseteil durch das Land exakt noch sieben Tage Zeit. Das ist eindeutig zu wenig, wir werden uns kümmern müssen… Ansonsten ist in Jeffrey’s Bay Wäsche waschen angesagt. Wie die Maschinen zu bedienen sind, wissen wir ja bereits. Bliebe erneut das Problem des Tocknens, trübes Wetter und feuchte Luft sind der Sache nicht unbedingt dienlich. Am nächsten Morgen lacht uns die Sonne an und die Mission „Trocknen“ kann nach einer Stunde erfolgreich beendet werden.

Nach Westen ist die N2 durch den Tsitsikamma durch uns bereits hinreichend erforscht, wir fahren auf der „Nebenstrecke“ R62 nach Oudtshoorn. Auch diesen Ort haben wir auf unserer Reise schon einmal passiert, diesmal bleiben wir allerdings etwas länger. Ma Betty’s Cultural Village ist unser Ziel; wir wollen nach fünf Wochen Reise durch Südafrika auch endlich einige Dinge über das Leben und die Kultur der schwarzen Bevölkerung hier im Lande erfahren (siehe auch Beitrag unter der Rubrik „Leute“).

Karge Landschaft bei De Rust

Wir nutzen die Pause in Oudtshoorn, um nach der Staubschlacht der letzten Wochen das Auto etwas auf Vordermann zu bringen. Vergeblich suchen wir an den Tankstellen nach den, bei uns zu Hause üblichen, Staubsaugern. Stattdessen finden wir etliche Cleaning – Center, wo Heerscharen ihre Dienste zum Autoreinigen anbieten. Hier wird geschrubbt, gewienert und poliert – unser Auto ist allerdings zu hoch, um die Dienstleistungen der emsigen (schwarzen) Leute in Anspruch nehmen zu können. Wir finden eine (weiße) Chefin, und wir finden etwas guten Willen und schon können wir „outside der cleaning station“ den Nissan wenigstens aussaugen lassen. Gut 3 Euro kostet der Spaß – gern hätten wir es selbst gemacht, aber das ist hier nun wirklich nicht üblich, schon gar nicht für einen Weißen…

Bilder zum Artikel sind hier zu finden…

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